Bündnis "Schon Vergessen ?" http://schonvergessen.blogsport.de Kein Vergeben kein Vergessen Tue, 22 Nov 2011 18:36:21 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Bündnis „Schon vergessen?“ lädt zum Gedenken an den von Neonazis ermordeten Eckard Rütz. http://schonvergessen.blogsport.de/2011/11/22/buendnis-schon-vergessen-laedt-zum-gedenken-an-den-von-neonazis-ermordeten-eckard-ruetz/ http://schonvergessen.blogsport.de/2011/11/22/buendnis-schon-vergessen-laedt-zum-gedenken-an-den-von-neonazis-ermordeten-eckard-ruetz/#comments Tue, 22 Nov 2011 18:35:21 +0000 Administrator Allgemein http://schonvergessen.blogsport.de/2011/11/22/buendnis-schon-vergessen-laedt-zum-gedenken-an-den-von-neonazis-ermordeten-eckard-ruetz/ Am kommenden Freitag, den 25.11.2011, findet eine Gedenkveranstaltung für den vor 11 Jahren ermordeten obdachlosen Eckard Rütz auf dem Mensavorplatz statt. Auch in diesem Jahr wird, neben einer Vertreterin des Bündnisses, Pfarrer Matthias Gürtler von der Domgemeinde St. Nikolai sprechen. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen sich zu der Veranstaltung um 15 Uhr zusammenzufinden.

In der Nacht vom 24. auf den 25. November 2000 wurde Eckard Rütz von drei jugendlichen Neonazis im Alter von 16 bis 21 Jahren erschlagen. Mit Baumstützpfählen schlugen sie auf ihr Opfer solange ein, bis er sich nicht mehr bewegte. In der späteren Gerichtsverhandlung nannte einer der Täter als Motiv, dass Eckard Rütz „dem deutschen Steuerzahler auf der Tasche gelegen“ hätte.

Das Bündnis „Schon vergessen?“ gründete sich im Herbst 2006, um eine aktive Gedenkkultur in der Hansestadt zu fördern. Schließlich gelang es mit Hilfe zahlreicher gesammelter Gelder und Spenden für Eckard Rütz einen Gedenkstein an der Mensa zu setzen.

„Nicht zuletzt durch die neuesten Erkenntnisse über die kaltblütigen Morde der ‚NSU‘ an Migranten in ganz Deutschland sehen wir es als unsere Pflicht, Opfer rechter Gewalt zu gedenken“ , so Juliane Teichert, Pressesprecherin des Bündisses. „Wir würden uns freuen, wenn sich viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt Greifswald unserem Aufruf anschließen und ein klares Zeichen gegen menschenverachtendes Gedankengut setzen.“

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27.11. Demo Status http://schonvergessen.blogsport.de/2010/11/26/27-11-demo-status/ http://schonvergessen.blogsport.de/2010/11/26/27-11-demo-status/#comments Fri, 26 Nov 2010 18:05:48 +0000 Administrator Allgemein Pressemitteilungen http://schonvergessen.blogsport.de/2010/11/26/27-11-demo-status/ Bündnis Demo „Schon Vergessen?“

Der neue Demo Beginn ist vom Ordnungsamt auf 14 Uhr festgelegt worden. Auch Versammlungen an der Mensa sind damit vorher nicht genehmigt. Daher der neue Treffpunkt:

14 Uhr Mensavorplatz

Zeigt mit uns, dass eine Gesellschaft ohne rassistische und sozialdarwinistische Menschenbilder möglich ist. Zeigt Zivilcourage. Kommt zahlreich, seid bunt laut und kreativ.

Das Infotelefon ist am 27.11. ab 13 Uhr unter 0157 860 38 629 zu erreichen.

PS: Denkt an warme Kleidung.

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Bündnis „Schon vergessen?“ lädt zum zehnjährigen Gedenken an Eckard Rütz http://schonvergessen.blogsport.de/2010/11/23/pressemitteilung-buendnis-schon-vergessen-laedt-zum-zehnjaehrigen-gedenken-an-eckard-ruetz/ http://schonvergessen.blogsport.de/2010/11/23/pressemitteilung-buendnis-schon-vergessen-laedt-zum-zehnjaehrigen-gedenken-an-eckard-ruetz/#comments Tue, 23 Nov 2010 10:45:24 +0000 Administrator Allgemein Pressemitteilungen http://schonvergessen.blogsport.de/2010/11/23/pressemitteilung-buendnis-schon-vergessen-laedt-zum-zehnjaehrigen-gedenken-an-eckard-ruetz/ Am kommenden Donnerstag, den 25. November, findet eine Gedenkveranstaltung für den im November 2000 ermordeten obdachlosen Greifswalder, Eckard Rütz, statt. Neben einer Vertreterin des Bündnisses wird auch in diesem Jahr wieder Pfarrer Matthias Gürtler von der Gemeinde Dom St. Nikolai sprechen. Der Mord an Eckard Rütz jährt sich in diesem Jahr zum zehnten Mal. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen sich zu der Veranstaltung ab 14 Uhr auf dem Mensavorplatz zusammenzufinden.

Zudem organisiert das Bündnis „Schon Vergessen“ für Samstag den 27.November eine Demonstration mit der dazu beigetragen werden soll, dass Opfer rechter Gewalt wie Eckard Rütz und Klaus Dieter Gerecke nicht in die Vergessenheit geraten. Durch die Demo soll auch auf die aktuell wiedererstarkenden Neonazistrukturen in Greifswald und M/V aufmerksam gemacht werden. Beginn der Demonstration ist um 13 Uhr auf dem Mensavorplatz.

Vor nunmehr zehn Jahren, in der Nacht vom 24. auf den 25. November, wurde Eckard Rütz in der Greifswalder Innenstadt von Neonazis erschlagen. Die drei Jugendlichen im Alter von 16 bis 21 Jahren griffen ihr Opfer mit armdicken Baumstützpfählen an und schlugen solange auf ihn ein, bis er sich nicht mehr bewegte. Eckard Rütz musste sterben, weil er, so einer der Täter, „dem deutschen Steuerzahler auf der Tasche gelegen“ hätte.

Da auch sechs Jahre nach dem Mord nicht einmal eine Gedenktafel an Eckard Rütz erinnerte, gründete sich im Herbst 2006 das Bündnis „Schon Vergessen?“. Mit Hilfe zahlreicher Spenden und gesammelter Gelder aus Themenabenden und Benefizkonzerten gelang es den engagierte Greifswalder_innen schließlich eine Gedenkstein für Eckardt Rütz an der Mensa zu setzen.

„Wir wollen mit der Veranstaltung am 25. November eine aktive Gedenkkultur fördern“, so Juliane Teichert, Pressesprecherin des Bündnisses. „Die Gedenkminute auf der letzten Bürgerschaftssitzung ist bereits ein guter Schritt in die richtige Richtung. Wir würden uns freuen wenn sich auch viele Greifswalder Bürger und Bürgerinnen unserem Aufruf zum Gedenken anschließen.“

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Gedenkveranstaltung und Demo zum 10. Todestag http://schonvergessen.blogsport.de/2010/11/13/gedenkveranstaltung-und-demo-zum-10-jaehrigen-todestag/ http://schonvergessen.blogsport.de/2010/11/13/gedenkveranstaltung-und-demo-zum-10-jaehrigen-todestag/#comments Sat, 13 Nov 2010 18:28:42 +0000 Administrator Allgemein http://schonvergessen.blogsport.de/2010/11/13/gedenkveranstaltung-und-demo-zum-10-jaehrigen-todestag/

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Obdachlos in Greifswald http://schonvergessen.blogsport.de/2010/11/12/obdachlos-in-greifswald/ http://schonvergessen.blogsport.de/2010/11/12/obdachlos-in-greifswald/#comments Fri, 12 Nov 2010 10:50:25 +0000 Administrator Hintergrund http://schonvergessen.blogsport.de/2010/11/12/obdachlos-in-greifswald/ Hier ein Artikel aus der 2003 erschienenen Schülerzeitung „quer-format“ welcher sich mit dem Obdachlosenheim in Eldena beschäftigt:

Obdachlos in Greifswald
Das Obdachenlosenheim in Eldena

Die Geschichte der Heimatlosen und Berber beginnt in den neuen Bundesländern mit der Wende. Als die Zahl der Menschen, die erst ihre Arbeit und dann ihren Wohnsitz verloren haben, stetig zunahm, mußten hierzulande erst Einrichtungen für die Volkssolidarität geschaffen werden. Bis 1993 diente eine Einrichtung in der Pestalozzistraße als provisorisches Notunterkunftsquartier. Das erste Obdachlosenheim in Greifswald mußte aber bald schon wegen Baumaßnahmen geschlossen werden und die Suche nach einem neuen Standort begann.

Ortswechsel. Die Idylle trügt, hier im Gartenweg/Eldena unweit der Klosterruine und zur Rechten vom Sparmarkt. Eine Baracke mit einem unscheinbaren Schild „Gebrauchtmöbellager“ auf mintfarbenem Putz steht hier inmitten eines Komplexes aus aufgefädelten Reihen-, Ein- und Mehrfamilienhäusern und sorgte vor einigen Jahren noch für Zunder im nunmehr ruhigsten, beschaulichsten und spießigsten Viertel in ganz Greifswald. Die Anwohner gingen hier früher einmal richtig auf die Barrikaden. Als man ihnen von einem in unmittelbarer Nachbarschaft geplanten Obdachlosenheim erzählte, fürchtete man um seinen guten Ruf und nicht zuletzt seinen gesunden Schlaf. Vielen muß es wie eine Ironie des Schicksals vorgekommen sein, eine Vision des Schreckens: Man gedachte das Elend der Greifswalder Ghettoviertel „Ostseeviertel“/ „Schönwalde“ („Monitor“ berichtete) zurückzulassen, als man mit viel Mühe und Aufwand hierher in den Speckgürtel zog. Und nun holte es einen in mephistophelisch wandlungsfähiger Form vor der eigenen Haustür wieder ein, in der Gestalt des Obdachlosen. Nazis, Obdachlose… – Wo ist da der Unterschied? Sie alle trinken Bier und lallen, auch ungefragt, streunen die Straßen entlang, als hätten sie kein Zuhause, und werfen mit Flaschen. Was die Gesellschaft in ihrer Geschichte hervorgebracht hat, an Werten und Gütern, wovon sie profitieren, das treten sie mit Füßen, weil sie keinen gottverdammten Anteil daran haben. Sie sind sowieso zu nichts gut, uncharismatische Versager, wie sie im Buche stehen. …

Als der Alptraum Wirklichkeit wurde, verlor er seinen Schrecken. Denn nach der Einrichtung des Obdachlosenheims in Eldena blieben die „Belästigungen“ der Obdachlosen weitgehend aus, und so kehrte wieder Frieden ein in das Greifswalder Kleinod. Es ward zwischenzeitlich sogar so ruhig, daß nur noch wenige Greifswalder und sogar nicht einmal mehr alle (neu zugezogenen) Anlieger um den Barackenbau bei der Mühle wußten. Und hin und wieder passiere es noch, so „Heimmeister“ Krüger, daß er mit ein paar unbekümmert vorüberziehenden Passanten ins Gespräch kommt. Die seien dann immer ganz überrascht, fast fassungslos, wenn sie die wahre Funktion des Anwesens begreifen: „Was? Hier in Greifswald gibt es ein Obdachlosenheim?“, stößt es verblüfft aus ihnen heraus… – Was? In Greifswald gibt es Obdachlose? Wurden die nicht schon alle um die Ecke gebracht?

Gehen wir in uns: Zwei Obdachlose wurden in Greifswald getötet. Der Tod des einen, Klaus Gerecke, versetzte die ganze Stadt in Aufruhr. Den Namen des anderen haben heute schon wieder viele vergessen. Eckard Rütz. – Es sei an ihn erinnert. Was machte Gerecke denn so besonders? Kann uns die Heimleitung weiterhelfen, den Mythos um ihn aufzuklären? „Herr Krüger, kannten Sie Klaus Gerecke?“ – „Nein“, seine Antwort. Leider nicht. Natürlich habe Gerecke mal ab und zu bei ihm im Obdachlosenheim genächtigt, am nächsten Tag wäre er aber meist wieder verschwunden gewesen. Die meiste Zeit zog er herum. Von vielen, die ihn kannten, wird er als ein rastloser Geselle beschrieben, jemand, der ständig auf Achse ist, keine Zeit zum Verweilen und Erzählen hat. Gerecke war kein typ-ischer Obdachloser: Er liebte seine Freiheit.–

Die Freiheit, der Umstand, kein Zuhause zu haben, keine Bindungen eingehen zu müssen, befähigt allerdings die wenigsten Obdachlosen zu einer positiveren Lebenseinstellung.

Obdachlosigkeit ist entgegen weitverbreitetem Glauben keine anerkannte alternative Lebensform, zumindest nicht in Greifswald.

„Die Obdachlosen.“, tönt die Volksmeinung, „das sind doch die, die der Allgemeinheit auf der Tasche liegen, die nicht arbeiten wollen, weil sie große Stücke auf ihre Freiheiten und ihre Unabhängigkeit geben.“ Nein. Die wenigsten Obdachlosen sind der Ansicht, daß Arbeiten in einem Sozialstaat keinen Sinn mache. Die wenigsten sind obdachlos, weil sie es so wollen. Im Gegenteil sie wollen so schnell wie möglich aus diesem Sumpf heraus, der sie ins gesellschaftliche Abseits zieht, der ihre ewige Pechsträhne versinnbildlicht, die sie erst in ihre jetzige Lage manövrierte: Arbeitslos. Betrunken. Verlassen. Und jetzt auf der Straße. Um von dort wegzukommen, brauchen sie Hilfe. Das Obdachlosenheim kann ihnen helfen.

Es verfügt über sechzig Heimplätze, deren Auslastung liegt aber oft nur bei etwa einem Drittel. Wohl aber, mag man meinen, hat Greifswald mehr als zwanzig Obdachlose, was bezeugt, daß nicht alle den Weg ins Heim finden. Stattdessen treiben sie sich herum, finden die eine oder andere Nacht Unterschlupf bei einem Freund oder improvisieren. Warum? – Vielen ist der Weg von der Stadt nach Eldena schlicht zu weit. Fuhren sie mit dem Bus, würde sie das ca. 1,30 EUR kosten. Und wer gibt schon Geld für den Bus aus, wenn er im Supermarkt dafür drei große Dosen Bier bekommt?

Dann gibt es noch einige, die kommen mit den Bestimmungen im Heim nicht klar. Dort sind nämlich Hunde verboten, auch muß man sich das Zimmer mit einem oder zwei Mitbewohner teilen. Für jemanden, der zuweilen an ein Einsiedlerdasein gewöhnt ist, eine echte Herausforderung. – Die Zimmer sind spartanisch mit Militärbetten, einem Tisch und Wandschränken für das nötigste eingerichtet. Die Bewohner genießen viele Freiräume, haben freie Hand in Sachen Freizeitgestaltung, können faktisch kommen und gehen, wann sie wollen, außer abends. Dann, wenn Herr Krüger gegangen ist, die Riegel dicht sind, pfercht man sich gemeinsam im Clubraum vor dem Fernseher und trinkt das eine oder andere Bierchen auf den Durst und vergißt für einen Augenblick seine Sorgen.
Dennoch müssen sich die Bewohner an gewisse Spielregeln halten. Die oberste: Bier bitte nur in Maßen! Sie müssen sich an ein bestehendes Grundmaß an Hygiene anpassen, sich selbst verpflegen, denn die Speisen werden ihnen nicht serviert. Das soll ihnen helfen, nicht ihre Selbständigkeit zu verlieren. Sowieso möchte Herr Krüger Besuchern im Heim, das ohnehin um sein passables Image zu kämpfen hat, ein anderes Bild zeigen als jenes, das sich ohnehin schon in den Köpfen als Klischee gebrannt hat.

„Bei uns im Heim ist noch niemand belästigt worden. “, fügt er dem hinzu, als wolle er andeuten, daß die Realität auch anders aussehen kann. – Aber wer besucht denn schon freiwillig ein Obdachlosenheim, um seine Vorurteile zu überprüfen? Gerhard Schröder hat andere Termine, der Durchschnittsbürger andere Sorgen. Es bleibt dabei: Obdachlosigkeit ist immer noch ein Tabuthema. Die Medien berichten lieber über Behinderte oder schon Gestorbene als über Obdachlose. Auch wenn es positive Beispiele gibt: So stattete vor kurzem die Leiterin des Literatursalons dem Heim und seinen Bewohnern einen Besuch ab und will nun in den Örtlichkeiten eine Lesung für die Bewohner halten.

Um mehr auf die Probleme sozial benachteiligter und vor allem obdachloser Menschen aufmerksam zu machen, erscheint in Greifswald seit neuestem eine Zeitung mit Namen „Reißnagel“ im „Greif-zu“-Verlag. Es gibt noch ein paar Startschwierig-keiten, Probleme mit der Verteilung, aber fest steht: Die Zeitung wird weiter erscheinen und sie kommt den Obdachlosen zugute, da 50 % des Verkaufserlöses direkt in ihre Taschen fließen.

Aber kann den Obdachlosen überhaupt noch geholfen werden? – Herr Krüger ist der Meinung: „Hier, im Obdachlosenheim, ist nicht Endstation.“ Für die wenigsten. Das Obdachlosenheim ist wie ein Sprungbrett oder ein Trampolin. Es soll die sozial Schwachen im freien Fall auffangen, bietet ihnen vorübergehend ein Obdach und eine Existenzgrundlage. In Kooperation mit sozialen Trägern können dann Maßnahmen zur Integration des Betroffenen zurück ins Gesellschaftsleben erfolgen. Es muß eine neue Wohnung für den Obdachsuchenden gefunden, deren Finanzierung geklärt und eine Einrichtung entsprechend den Bedürfnissen des Obdachlosen aufgetrieben werden. Hier helfen nicht nur die Behörden, sondern auch z. B. das Obdachlosenheim selbst weiter. Wir erinnern uns an das Schild, das wohl Spender anlocken soll: „Gebrauchtmöbellager“. Aus der Sammlung des integrierten Gebrauchtmöbellagers, ausnahmslos Spenden, können die einstigen Bewohner (und andere) nach Bedarf und mit Schein vom Amt „fischen“ gehen.

Der nächste Schritt, die Rückkehr in den Berufsalltag, soll zunächst auf Zeit (ABM), dann mit dem Ziel der vollständigen Rehabilitation bewerkstelligt werden. Dies ist nicht immer einfach. Nicht umsonst gelten vor allem Langzeitarbeitslose als äußerst schwer vermittelbar.
Es klingt grotesk, aber wer mindestens zwei bis drei Jahre ohne Arbeit war und sich in einen Trott aus Bummeln, Bier holen und Bemitleiden einlebte, bekommt Schwierigkeiten, die eingefahrenen Gewohnheiten aufzugeben, sich wieder in einem Arbeitsumwelt zurechtzufinden und zu lernen seine Zeit richtig einzuteilen.

Das ist ein bißchen so, als wenn einem Schüler seine Freiheiten auf ähnliche Weise eingeschränkt würden, indem man ihm 50 % seines Taschengeldes kürzte. Das Ergebnis: Er kommt einfach nicht mehr zurecht. – Panik vor’m Vorstellungsgespräch und Ängste, den neuen Anforderungen nicht mehr zu genügen, sind die Folge für den vormaligen Obdachlosen. Der Griff zur Flasche ist die Konsequenz, der Teufelskreis dann geschlossen. Herr Krüger darauf: „Dann gibt es keinen Ausweg mehr, dann ist alles verloren.“

Volker Schloßhauer

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Einweihung des Gedenksteines für Eckard Rütz http://schonvergessen.blogsport.de/2007/11/02/einweihung-des-gedenksteines-fuer-eckard-ruetz/ http://schonvergessen.blogsport.de/2007/11/02/einweihung-des-gedenksteines-fuer-eckard-ruetz/#comments Fri, 02 Nov 2007 16:49:29 +0000 Administrator Allgemein http://schonvergessen.blogsport.de/2007/11/02/einweihung-des-gedenksteines-fuer-eckard-ruetz/

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Pressemitteilung: Benefizkonzert mit Barbara Thalheim und Thomas Putensen http://schonvergessen.blogsport.de/2007/02/02/pressemitteilung-benefizkonzert-mit-barbara-thalheim-und-thomas-putensen/ http://schonvergessen.blogsport.de/2007/02/02/pressemitteilung-benefizkonzert-mit-barbara-thalheim-und-thomas-putensen/#comments Fri, 02 Feb 2007 11:30:02 +0000 Administrator Allgemein Pressemitteilungen http://schonvergessen.blogsport.de/2007/02/02/pressemitteilung-benefizkonzert-mit-barbara-thalheim-und-thomas-putensen/ Barbara Thalheim, Jean Pacalet und Thomas Putensen werden am 03.02.2007 auf einem Benefizkonzert zugunsten der Kampagne „Schon Vergessen?“ auftreten. Die Einnahmen dienen der Finanzierung eines Gedenksteines für den vor sechs Jahren in Greifswald von Rechtsextremen ermordeten Obdachlosen Eckard Rütz. Das Konzert findet im Dom St. Nikolai statt und beginnt um 20.00 Uhr.

„Dieses Konzert ist einmal mehr der Versuch die Erinnerung an Eckard Rütz wach zu halten und sich aktiv für einen Gedenkstein am Tatort einzusetzen“, so Martin Nagel, Pressesprecher der Initiative. Zahlreiche politische und kulturelle Gruppen der Hansestadt unterstützen bereits dieses Vorhaben, beispielsweise die Antifaschistische Aktion Greifswald, der Studierendenclub Kiste und die Junge Gemeinde St. Nikolai.

In den drei Monaten ihres Bestehens entfaltete die Initiative rege Aktivitäten und stieß auf großes Interesse in der Bevölkerung und den lokalen Medien. So organisierte das Bündnis am 6. Todestag von Eckard Rütz eine Gedenkveranstaltung an der Greifswalder Mensa, auf der u.a. Dompfarrer Gürtler sprach. Weiterhin wurde auf einer gut besuchten Informationsveranstaltung Ende November über die Hintergründe der Tat und das gesellschaftliche Klima der Jahre 2000/2001 berichtet.

Darüber hinaus forderte die Kampagne in einem Offenen Brief an den Bürgermeister dazu auf „anstelle der gegenwärtigen Totschweige-Politik“ für einen „offensiven Umgang mit dem Geschehenen und die offizielle, gesellschaftliche Ächtung von Fremdenhass und Rassismus“ einzutreten.

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Offener Brief an den Bürgermeister http://schonvergessen.blogsport.de/2006/11/15/offener-brief-an-den-buergermeister/ http://schonvergessen.blogsport.de/2006/11/15/offener-brief-an-den-buergermeister/#comments Wed, 15 Nov 2006 16:35:59 +0000 Administrator Allgemein http://schonvergessen.blogsport.de/2006/11/15/offener-brief-an-den-buergermeister/ Sehr geehrter Oberbürgermeister Dr. Arthur König,

vor sechs Jahren wurde hier in Greifswald, mitten in der Innenstadt, der Obdachlose Eckard Rütz auf brutale Weise ermordet. Die Täter malträtierten ihn solange mit Tritten und Schlägen bis er an einem Schädelbasisbruch und einer Gesichtstrümmerfraktur starb. Das Märtyrium, was das Opfer in dieser Novembernacht durchleben musste, interessierte die drei jungen Täter nicht. Vielmehr war die grausame Tötung von Eckard Rütz Ausdruck ihres menschenverachtenden, rechtsextremen Weltbildes. Laut des Hauptangeklagten, „habe so einer wie Rütz dem deutschen Steuerzahler auf der Tasche gelegen.“

Joachim von der Wense, damals Oberbürgermeister, appellierte einen Tag nach dem Mord an die Greifswalder Bevölkerung: „Der gewaltsame Tod unseres Nachbarn Eckard Rütz (…) ist uns Mahnung und zugleich Signal, den Respekt vor dem Leben in den Mittelpunkt unseres Wirkens zu stellen.“ Konkrete Taten folgten von städtischer Seite jedoch nicht und so geriet der Mord an Eckard Rütz schnell in Vergessenheit. Bis heute gibt es keinen offiziellen Ort des Ge- und Nachdenkens.

Um dieser skandalösen Situation ein Ende zu setzen, hat sich die Initiative „Schon Vergessen“, bestehend aus verschiedenen politischen und kulturellen Gruppen Greifswalds, gegründet. Ziel ist, neben der Anregung einer Debatte über die Gedenkkultur, die Errichtung eines Gedenksteins am Tatort.

Dass es bisher von Seiten der gewählten Bürger_innenvertretung versäumt wurde, solch einen Ort der Erinnerung zu schaffen, ist eine Schande für unsere Universitäts- und Hansestadt, die sich als weltoffen versteht. In solch einer Stadt muss Platz sein, für ein würdiges Gedenken an die Opfer des rechten Straßenterrrors. Sie dürfen nicht einfach aus dem städtischen Gedächtnis ausgeklammert werden. Ein offensiver Umgang mit dem Geschehenen und die offizielle, gesellschaftliche Ächtung von Fremdenhass und Rassismus müssen anstelle der gegenwärtigen Totschweige-Politik treten.

Wir fordern Sie als Stadtoberhaupt auf, unsere Bemühungen für die Errichtung eines Gedenksteines zu unterstützen und sich für eine nachhaltige Gedenkkultur einzusetzen!

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Bündnis „Schon vergessen?“ in Greifswald gegründet http://schonvergessen.blogsport.de/2006/11/13/buendnis-schon-vergessen-in-greifswald-gegruendet/ http://schonvergessen.blogsport.de/2006/11/13/buendnis-schon-vergessen-in-greifswald-gegruendet/#comments Mon, 13 Nov 2006 16:27:16 +0000 Administrator Allgemein Pressemitteilungen http://schonvergessen.blogsport.de/2006/11/13/buendnis-schon-vergessen-in-greifswald-gegruendet/ Anlässlich des 6. Todestages von Eckard Rütz, der am 25. November 2000 von rechtsextremen Jugendlichen vor der Mensa ermordet wurde, hat sich in Greifswald ein Bündnis gegründet. Die Kampagne hat sich zum Ziel gesetzt, eine Debatte über die Gedenkkultur der Stadt anzustoßen. Ferner soll mit einem Mahnmal für Eckard Rütz ein Ort des Erinnerns im öffentlichen Raum geschaffen werden.

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Gesellschaftliches Klima 2000/2001 http://schonvergessen.blogsport.de/2006/11/12/gesellschaftliches-klima-20002001/ http://schonvergessen.blogsport.de/2006/11/12/gesellschaftliches-klima-20002001/#comments Sun, 12 Nov 2006 16:24:50 +0000 Administrator Hintergrund http://schonvergessen.blogsport.de/2006/11/12/gesellschaftliches-klima-20002001/ Als „Zone der Angst“ wurde Greifswald in einer Hamburger Zeitung dargestellt. Grund dafür waren die Obdachlosenmorde an Klaus-Dieter Gerecke am 24. Juni 2000 und fünf Monate später am 25.11.2000 an Eckard Rütz, sowie die regen Aktivitäten der Greifswalder Neonaziszene.

Zu dieser Zeit formierte sich um den bekannten Neonazikader Maik Spiegelmacher, ein sehr aktionistischer NPD-Kreisverband in Greifswald, der schon bald, laut Verfassungsschutz, eine „Sonderstellung“ in der Neonaziszene von Mecklenburg-Vorpommern einnehmen sollte. Während die Führungsebene der rechtsextremen Partei mit den Verfechtern des Konzeptes der „Freien Nationalisten“ im Streit lag, schaffte es der Kreisverband Greifswald, diese aktionsorientierten Neonazis an sich zu binden.

Aus dieser Zusammenarbeit resultierten zahlreiche Demonstrationen, Kundgebungen und Informationsstände, die mehr und mehr unter unverfänglichen Mottos wie „Gegen die geplante Schließung von Schulen“ oder „Gegen Krieg und militärischen Größenwahn“ stattfanden. Durch das Aufgreifen dieser scheinbar unverfänglichen Themen versuchte die NPD in die bürgerliche Mitte hineinzuwirken. Dazu zählten auch die Organisierung von Kinderfesten und Spenden an das Greifswalder Kinderheim. Mit diesem inhaltichen Profilwechsel ging auch ein Wechsel in der Organisationsform einher, der vor dem Hintergrund des NPD Verbotsverfahrens von 2001 verstanden werden muss. Es gründete sich eine „Schülerinitiative für freie Meinungsäußerung-und Bildung“, sowie eine „Bürgerinitiative zur Wahrung der Grundrechte“, die sich personell vom NPD Kreisverband kaum unterschieden.

Die Greifswalder Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft bekamen von dieser gefährlichen Entwicklung nichts mit bzw. sahen sich nicht zum Handeln veranlasst. Erst nach dem Mord an Klaus-Dieter Gerecke im Sommer 2000 wurde die Stadt aus ihrem Dornrößchenschlaf gerissen. Es wurden zahlreiche Demonstrationen, Gedenkkunggebungen und anderweitige Aktionen gegen Rechtsextremismus veranstaltet. Trotz alledem wurde fünf Monate später Eckard Rütz brutal von rechten Jugendlichen ermordet.

Die Aktivitäten des „Aufstandes der Anständigen“ intensivierten sich infolgedessen und erreichten ihren Höhepunkt, als sich 2001 mehr als 7000 Menschen einem Neonaziaufmarsch in Greifswald in den Weg stellten. Ein halbes Jahr später waren es dann immerhin noch 2000-3000, doch die Zahl nahm kontinuierlich ab, bis das öffentliche Interesses schließlich ganz abebbte.
Gleichzeitig verschwand auch das Interesse an einer Aufarbeitung der Obdachlosenmorde und so konnten die gewaltsamen Tode von Klaus-Dieter Gerecke und Eckard Rütz immer mehr in Vergessenheit geraten.

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